Katrin Habenschaden

Schwabing spricht, Katrin hört zu!

Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit, heißt es von Kurt Schumacher. Dem stimme ich voll und ganz zu. Politische Luftschlösser, die in der Hitze des Wahlkampfgefechts nur allzu oft gebaut werden, sorgen teils für kurzfristigen Erfolg, langfristig aber immer für Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Mangelndes Vertrauen in die Politik ist jedoch etwas, das man sich generell, in der heutigen Zeit aber ganz besonders, als Gesellschaft nicht leisten kann. Wir stehen vor so vielen zukunftsweisenden politischen Entscheidungen – Klimaschutz, Wohnen und die Bewahrung einer freien und toleranten Gesellschaft ohne Angst sind nur drei Beispiele. Nur gemeinsam können wir vorangehen und gemeinsam müssen wir auf Augenhöhe um Kompromisse ringen, die die Basis für eine gerechte, lebenswerte und freie Zukunft legen.

Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit – unter diesen Umständen erfährt dieser kluge Satz nochmals an Bedeutung. Ich würde ihn allerdings noch ergänzen. Denn wo beginnt die eigentliche Betrachtung der Wirklichkeit? Für mich mit dem Zuhören. Und zwar denjenigen Menschen, die von meiner Politik betroffen sind. In meinem Fall sind das die Menschen in München. Und zwar alle Menschen, auch und vor allem diejenigen, denen viel zu oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Zuhören. Auf dieser Tugend haben wir ein Format aufgebaut, über das ich hier die kommenden Monate aus meiner persönlichen Sicht berichten möchte – meine Sommertour 2019. Die kommenden Monate werde ich durch die so unterschiedlichen Stadtviertel Münchens touren, um mit ihren Bewohner*innen darüber zu sprechen, was sie bewegt, was sie stört, welche Hoffnungen sie haben und was sie von mir als grüner Oberbürgermeisterkandidatin erwarten. Dieses Vorhaben ist für mich eine Herzensangelegenheit. Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer für die politische Arbeit auf der Straße brenne. Nur so verwehrt man sich der politischen Blase und bekommt ein Gefühl dafür, wie die Gesellschaft um einen herum tickt, was die großen Streitpunkte sind und worüber aktuell alle sprechen. Ich möchte Kandidatin für alle Münchnerinnen und Münchner sein – die Sommertour stellt die praktische Umsetzung dieses Wunsches dar. 

Am 6. Juli war es dann auch soweit – Auftakt der Sommertour in Schwabing. Und was für einer! Wunderbares Wetter und wie man es von unserem größten Ortsverband gewohnt ist – von Anfang bis Ende perfekt organisiert. Ein wenig aufgeregt war ich ja schon, ob die Menschen vor Ort unsere Idee auch annehmen würden – am Ende stand jedoch ein Tag, wie ich ihn mir besser nicht hätte vorstellen können. Den Anfang bildete ein Radlflashmob auf der Clemensstraße, die vor Kurzem zur Fahrradstraße ernannt wurde. Gemeinsam setzten wir hier ein starkes Statement für ein fahrradfreundliches München! Interessant: Alle Autofahrer*innen ließen das Prozedere mit stoischer Gelassenheit oder einem zustimmenden Lächeln über sich ergehen – es tut sich was in München! Nach getaner Arbeit radelten wir alle geschwind  zur Münchner Freiheit, dem Ort unseres grünen Sommerfestes. Hier warteten bereits ein nachhaltiges und faires Mitbringbuffet, ausreichend Kaltgetränke jeder Art und karibische Live Musik. Der perfekte Rahmen für ein entspanntes Miteinander war gegeben – und wir nutzten Ihn voll aus.

So viele  Menschen fanden Ihren Weg zu uns. Von der Truppe verschwitzter Jungs, die höflich bei „Frau Habenschaden“ um eine Saftschorle baten bis hin zu dutzenden politisch interessierten Menschen, die mit konkreten Anliegen, aber auch einfach nur mit dem Bedürfnis über ihre Sorgen und Gedanken zu sprechen, zu uns kamen. Das Schöne daran: Für jeden und jede Einzelne hatte ich ausreichend Zeit – ein sonst leider so rares Gut in der Politik. Aus den Gesprächen nahm ich sehr viele Anregungen mit – die Angst um steigende Mieten vor allem im Zentrum, die Sorge, dass viele generationenübergreifend beliebte Schwabinger Boazn der voranschreitenden Gentrifizierung zum Opfer fallen, das tägliche Verkehrschaos, mangelnde Kitaplätze und der starke Wunsch nach mehr Grün an der Münchner Freiheit. Vielen durfte ich unsere politischen Ideen für München und die bestehenden Probleme näherbringen. Manchen hörte ich bewusst einfach nur zu, weil es gut tut, von der Politik ernstgenommen zu werden. Besonders schön fand ich das Sammeln von Spenden für den Landtagswahlkampf der Grünen in Brandenburg. Eindrücklich schilderte der Sprecher des Regionalverbands Eisenhüttenstadt, für den der OV Schwabing die Patenschaft übernommen hat, welchen Herausforderungen unsere Mit-Grünen sich vor Ort stellen. Erschüttert haben uns alle die Berichte über den ausgeprägten Hass und die vielen Androhungen,  wie sie uns hier in München noch nicht in derartiger Intensität betreffen. Im August werden nun zudem viele engagierte Mitglieder des OV Schwabing die Grünen vor Ort im Wahlkampf unterstützen –  so stark wie möglich für unsere Zukunft, überall!

Zum Abschluss noch eine Weisheit meinerseits – jedes Sommerfest ist so gut wie seine Tänzerinnen und Tänzer – siehe nachfolgende Bilder! 😉

Auf bald

Eure Katrin.