Veranstaltung „München plastikfrei?“

Bei einer spannenden Diskussion mit drei Expertinnen am 26. November 2019 wurde eindringlich vor den Auswirkungen der täglichen Plastikflut gewarnt und Lösungswege hier vor Ort aufgezeigt, bei denen auch die Stadt München einen Beitrag leisten kann.

Stündlich könnte man die Bavaria füllen – so viel Plastikmüll fällt in München in jeder Stunde an! Diese Riesenmenge an Müll muss aber nicht sein. Mit meinen Gesprächspartner*innen Barbara Wandrei von der Initiative Orange Ocean, die Bewusstsein für die Auswirkungen des Plastikmülls im Ökosystem Meer schafft, Mona Fuchs vom Münchner Klimaherbst und Julia Post, die mit ihrer Initiative „Coffee to go again“ Bekanntheit weit über ein Fachpublikum erlangt hat, konnte ich genau über diese Frage diskutieren. Julia Posts Projekt ist dabei ein gutes Beispiel, was auch eine Kommune leisten kann: Wenn wir beim Aufbau eines Pfandsystems für Kaffeebecher als Kommune unterstützen, können wir bereits sehr viel Müll vermeiden. Darüber hinaus ist die Stadt ein großer Abnehmer von allem Möglichen: Die Menge an gespartem Plastik, wenn die Stadt für ihre Schulen etwa nur noch Holzstühle anschaffen würde, ist sicher allein imstande die Bavaria mehrfach zu füllen.

Gleichzeitig müssen wir auch durch gezielte Investitionen vorangehen: Wir können den Bürger*innen gleich die geeigneten Biomülltüten an die Hand geben – Städte wie Nürnberg oder Hamburg tun das bereits. An verschiedenen Stellen in der Stadt (Einzelhandel, Wertstoffhöfe, Bürgerinformationszentrum in Nürnberg) können die Tüten abgeholt werden. Da die Erstellung von Papiertüten ebenfalls viele Ressourcen verbraucht, ist es wichtig Tüten aus recyceltem Papier zu verwenden und insgesamt die Ökobilanz des Produktes zu beachten. Das könnte die Stadt gewährleisten und das haben wir auch für München beantragt. Das hat die zuständige Kommunalreferentin aber abgelehnt, weil sie voll und ganz auf die Aufklärungskampagne setzen möchte. Ich sage: wir brauchen beides.

Schließlich braucht es aber auch die Sensibilisierung, darauf kamen wir auch in unserer Diskussion zu sprechen. Denn vielen ist zum Beispiel gar nicht bewusst, wie viel Plastik beim Kauf von handelsüblicher Kleidung anfällt. Hier können wir als Stadt auch für faire und nachhaltige Mode werben und die richtigen Anreize setzen.

Am Ende einer spannenden Diskussion mit einem sehr engagierten Pulbikum waren wir uns einig, dass die Herausforderung enorm ist, wir aber als Kommune mit vereinten Kräften, zusammen mit der Stadtgesellschaft viel bewegen können!